Ein entscheidender Faktor im erfolgreichen Athletiktraining ist die Periodisierung – also die systematische Planung und Strukturierung von Trainingsbelastungen über einen bestimmten Zeitraum. Ziel ist es, durch gezielte Variation von Volumen, Intensität, Pausen und Übungsauswahl eine kontinuierliche Leistungssteigerung zu erreichen und gleichzeitig Überlastungen oder Übertraining zu vermeiden.
Der klassische Gedanke der Periodisierung basiert darauf, dass Training nicht immer gleich intensiv sein kann. Stattdessen wechseln sich Phasen mit höherem Trainingsvolumen und geringerer Intensität mit Phasen höherer Intensität und reduzierter Umfänge ab. In vielen Sportarten – auch im Fußball – endet dieser Zyklus mit einer sogenannten Tapering-Phase, in der die Trainingsbelastung bewusst reduziert wird, um im Wettkampf oder in der Saisonphase die bestmögliche Leistungsfähigkeit zu erreichen.
Grundlage dieser Planung ist das Prinzip der Superkompensation:
Nach einer Belastung folgt eine Phase der Erschöpfung, dann die Erholung, in der der Körper das Leistungsniveau über den Ausgangspunkt hinaus steigert. Wird in diesem Moment der nächste Reiz gesetzt, entsteht langfristige Anpassung. Erfolgt die nächste Belastung zu früh, kommt es zu Ermüdung; erfolgt sie zu spät, geht der Anpassungseffekt verloren.
Während früher häufig mit linearen Periodisierungsmodellen gearbeitet wurde, zeigt die neuere Trainingswissenschaft, dass flexiblere, wellenförmige oder blockweise Modelle oft effektiver sind – besonders im Teamsport, wo Spielpläne, Belastungssteuerung und individuelle Unterschiede berücksichtigt werden müssen.
Man unterscheidet drei zeitliche Ebenen der Trainingsplanung:
- Makrozyklus – langfristiger Plan (z. B. eine Saison oder ein Jahr)
- Mesozyklus – mittelfristige Phasen über mehrere Wochen (oft 3–6 Wochen)
- Mikrozyklus – kurzfristige Planungseinheiten, meist eine Woche
Im Mannschaftsfußball überlappen sich diese Zyklen häufig. Während die langfristige Planung auf die gesamte Saison ausgelegt ist, finden innerhalb jeder Trainingswoche Mini-Periodisierungen statt – angepasst an Spieltage, Reisebelastungen, Regeneration und individuelle Bedürfnisse der Spieler.
Eine durchdachte Periodisierung sorgt also nicht nur für Leistungsaufbau, sondern auch für nachhaltige Belastbarkeit, geringeres Verletzungsrisiko und optimale Performance im richtigen Moment.

